Sicherheit von Azacitidin bei der Therapie von Blutkrebs in „real-world“ bestätigt

Spritze und Medikamentenfläschchen - Bild von Arek Socha auf Pixabay

Myelodysplastische Syndrome, akute myeloische Leukämie und chronische myelomonozytäre Leukämie sind Blutkrebserkrankungen, die durch einen Rückgang gesunder Blutzellen und die Vermehrung unreifer Blutzellen im Knochenmark gekennzeichnet sind. Zu den zugelassenen Behandlungen für Patient_innen, die für eine intensive Chemotherapie nicht geeignet sind, gehören hypomethylierende Wirkstoffe, wie Azacitidin oder Decitabin, allein oder in Kombination.
Das Österreichische Register für Hypomethylierungsmittel ist eine multizentrische österreichweite Datenbank der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft medikamentöser Tumortherapie (AGMT). Im Register werden Patienten mit akuter myeloischer Leukämie, myelodysplastischen Syndromen und chronischer myelomonozytärer Leukämie erfasst, die Hypomethylierungsmitteln bekommen. Die Mitglieder der AGMT, darunter PD Dr. Sonia Vallet, Oberärztin an der Abteilung für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Krems und Wissenschaftlerin der Studiengruppe Molekulare Onkologie/Hämatologie der Karl Landsteiner Privatuniversität, haben diese Daten hinsichtlich des Einsatzes von Azacitidin und dem Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen im realen Umfeld analysiert. Die Auswertung umfasst die bisher weltweit größte Patientenkohorte mit akuter myeloischer Leukämie, myelodysplastischen Syndromen und chronischer myelomonozytärer Leukämie. Zusätzlich verglichen die Autor_innen die in der Praxis dokumentierten Nebenwirkungen mit jenen, die in randomisierten klinischen Studien beobachtet wurden.
Die Studie umfasste 1406 Patient_innen, die mit insgesamt 13.780 Azacitidin-Zyklen behandelt wurden. Die zum großen Teil nicht schwerwiegenden Nebenwirkungen des Medikaments waren hämatologische Toxizität sowie Müdigkeit, Schmerz und Reaktionen an der Injektionsstellen. Schwere bis lebensbedrohliche Nebenwirkungen wurden nur bei 16 Patient_innen beobachtet.
Zusammenfassend konnte das Sicherheitsprofil von Azacitidin in einem realen Umfeld bestätigt werden. Die Arbeit unterstreicht die Wichtigkeit zentraler Register für die Dokumentation von Medikament-Nebenwirkungen und unterstützt die Verwendung von Azacitidin in Kombinationstherapien.
Die aus den Forschungsimpulsen finanzierte Research-Time-Out unterstützt Sonia Vallet bei ihren Tätigkeiten. Mehr über die Ärztin und Wissenschafterin in ihrem

LEISCH, M., PFEILSTÖCKER, M., STAUDER, R., HEIBL, S., SILL, H., GIRSCHIKOFSKY, M., STAMPFL-MATTERSBERGER, M., TINCHON, C., HARTMANN, B., PETZER, A., SCHREDER, M., KIESL, D., VALLET, S., EGLE, A., MELCHARDT, T., PIRINGER, G., ZEBISCH, A., MACHHERNDL-SPANDL, S., WOLF, D., KEIL, F., DROST, M., GREIL, R. & PLEYER, L. 2022. Adverse Events in 1406 Patients Receiving 13,780 Cycles of Azacitidine within the Austrian Registry of Hypomethylating Agents-A Prospective Cohort Study of the AGMT Study-Group. Cancers, 14, 2459 [pii].