Neue KL-Publikation: Krebs bekämpfen, ohne dabei das Immunsystem auszuschalten

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KL-Forschungsschwerpunkt Onkologie
Text: Klaus Wassermann

Bei vielen Krebserkrankungen ist der sogenannte Januskinase-STAT-Signalweg (JAK-STAT) in den Zellen der unkontrolliert wachsenden Gewebe gestört. Die Hemmung dieses Signalwegs durch spezielle JAK-Inhibitoren ist eine vielversprechende therapeutische Option bei der Behandlung von Krebs. JAKs zu hemmen unterdrückt aber auch das Immunsystem betroffener Patienten, was wiederum schädlich ist.

Ein neuer Übersichtsartikel eines Teams um die Pharmakologin Agnieszka Witalisz-Siepracka vom Department für Pharmakologie, Physiologie und Mikrobiologie der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL) und vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Vetmeduni Vienna gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Wissenstand zu den Auswirkungen von JAK-Inhibitoren auf Immunzellen im Zusammenhang mit verschiedenen Formen von Blutkrebs.

Zahlreiche JAK-Inhibitoren werden aktuell klinisch erprobt. Derzeit ist es aber noch nicht möglich, die vorteilhaften Anti-Tumor-Effekte der JAK-Inhibitoren von ihrer potenziell schädlichen Wirkung auf das Immunsystem zu trennen. In Zukunft sind effiziente Kombinationstherapien mit einer robusten Immunprofilierung von JAK-Inhibitoren oder völlig neuartige Substanzen mit hoher Spezifität nötig, um den besten Nutzen für mit JAK-Inhibitoren behandelte Patienten zu erzielen.

Originalpublikation:
Klein K, Stoiber D, Sexl V, Witalisz-Siepracka A. Untwining Anti-Tumor and Immunosuppressive Effects of JAK Inhibitors—A Strategy for Hematological Malignancies? Cancers. 2021; 13(11):2611. https://doi.org/10.3390/cancers13112611

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